Bericht zur Tour
Autor
Claude Andres
Erstellt am
08.03.2018 11:03
Letzte Änderung
04.12.2018 11:28
Tourenbericht

Tourenbericht Skitourenwoche Dolomiten, 24.2. - 3.3.2018

Tourenleiter:
Claude Andres

Bergführer:
Simon Kehrer, 39030 Enneberg/Marebbe - BZ, Italien

Teilnehmer:
Blickenstorfer Barbara, Bucher Kurt (G), Dobler Marlise, Dobler Peter, Galli Helene (G), Galli Ernst (G), Nagel Kurt, Sennhauser Beat,

Basis:
Ostaria Posta, Picolin 42, 39030 San Martin de Tor - BZ, Italien
Unsere Gastgeber: Die Ladiner-Familie Tolpeit.
Chef Philipp und seine Frau Manuela, die Eltern Margareth und Paolo
Herzlichen Dank für die wie immer einmalig schöne, sehr geschätzte Gastfreundschaft!

Tourenübersicht

Tag / Ausgangspunkt / Höhe / Ziel / Höhe / Hm
25.02 / Wengen, Spescia / 1536 / Antonius Joch / 2466 / 930
26.02 / Kolfuschg, Pradat / 1930 / Col dala Sone / 2558 / 630
27.02 / Campill, Vi / 1633 / Col Costacia / 2245 / 610
28.02 / Cason de Rozes / 1823 / Zima de Fouzargo / 2563 / 740
01.03 / Pederü / 1548 / Sas dla Para / 2462 / 920
02.03 / Rina / 1500 / Col dal Le / 2175 / 680

Total Höhenmeter: 4'500

Samstag, 24.2.18, Anreise, Marlise Dobler

Alle Jahre wieder kommt das Sparpreisticketfieber…. Langsam aber sicher finden sich alle Teilnehmer im Wagen Nr. 26 ein. Nach der Begrüssung lassen wir uns auf den feudalen Erstklass-Sesseln nieder. Bis Innsbruck bleibt genügend Zeit um das Neuste auszutauschen und unseren Apero so richtig zu geniessen. Ein edler Weisswein von Claude gespendet, dazu Barbaras Käsevariationen, Helens Powergemüsestäbchen mit Dipp-Saucen (Gemüse am Morgen geschnitten!) und mein Aperozopf tragen zur guten Stimmung bei. Frisch gestärkt bieten uns die weiteren Zugswechsel keine Probleme. Nur als wir in Bruneck aussteigen, muss Claude feststellen, dass sein Rucksack leider unauffindbar ist! Weiter geht die Reise mit Bus ins wunderschöne Ostaria Posta in Picolin wo wir unsere Zimmer beziehen können. Das Gepäck wird von Claude und Simon unserem Bergführer etwas später ins Hotel gebracht. Nachdem wir uns eingerichtet haben, kann`s losgehen. Wir starten unsere Ferienwoche mit einem vorzüglichen 4-Gang Abendessen und einem guten Tropfen Wein…

Sonntag, 25.2.18, Antonius Joch 2466 m, Beat Sennhauser

Am erschte Touretag simmer mit dezimiertem Bestand underwägs: d’Marlies isch leider und dummerwies scho bi de Akunft am Samschtigabig vor de Osteria Posta uf em Is usgrutscht und hätt sich verletzt, de Peter tuet ihre am Sunntig guet luege, si gönd zäme is Schpital nach Bruneck go usefinde, was de Befund isch; und ein Teilehmer reist erscht am Sunntig a. Also simmer na es Grüppli vo sächs und öise geniali Bergfüehrer und Toureleiter Simon, wo näbedbi mit Stöckli Freerider Schi underwägs isch. Vo Wengen Spescha (Parkplatz Spëscia – Dessura) 1536 m schtarted mir und schtieged i schöner Umgäbig und guetem Wätter uf zum Antonius Joch (2466 m) was am Schluss na ordeli aschträngend isch, sintemal mir na öppe 2 Dutzend Spitzcherene ileged. Öise Claude isch mit völlig usglehnter Usrüschtig underwägs, prächtigi Chappe, schöne Rucksack etc. will sini 7 Sache entweder im Zug vergässe gange sind oder emänt de Rucksack im Zug na klaut worde isch. Me weiss es nöd so gnau. Uf em Joch isch es doch schampar chalt und so chömer nöd lang raschte: nach em Ischtele vonere nöd igschtellte Bindig bi eim Schi (wie chame au…) fahremer ab, zerscht i fabelhaftem Pulver, doch dänn, oh je, ändets bigoscht im Bruchharscht, wo de Claude immerhin als Blockpulver bezeichnet. Es isch ä schöni und au ziemli aschträngendi Tour für de erschti Tag. Zum Abschluss gömmer i’d Beiz in Al Bagna und erholed öis vo dere schöne Tour mit emene feine Saft (kei Moscht) oder emene Forst Bierli. De Simon verzellt das es i dem Tal (La Val) ä ganz ä grossi Handwerkertradition vo Tischler git mit öppe 15 Betrieb wo ihri schöne Sache wyt übers Südtirol us liefered. Und was na z’erwähne wäri: Bim Ufschtieg hämmer Schpure im Schnee vomene laufende Vogel gseh wo uf eimal ufghört händ. Und genau det hätts dänn links und rächts je en grosse Abdruck im Schnee: de Vogel isch det gschtartet und devogfloge und hätt mit de Flügel bim Schtart Spure in Schnee gmacht. D’Barbara hätt dänn zum Glück i de Beiz gmeint: villicht isch de Vogel au glandet und hätt mit de Flügel bim Lande Schpure in Schnee gmacht und isch dänn devogloffe…..Das zeigt wieder emal: d’Fraue händ zum Glück en breitere Fächer zum tänke als d’Manne. (Hani nämli gar nöd dra tänkt dass de Vogel au hetti chöne lande) Ob’s es Schneehuhn oder en andere Vogel gsi isch wüssemer nöd – es isch jedefalls es schöns Erläbnis und Bild gsi.

Montag, 26.2.18, Col dala Sone 2558 m, Peter Dobler

Wie üblich treffen wir uns beim reichhaltigen Frühstücksbuffet. Anschliessend fahren wir mit den Autos nach Kolfuschg, wo wir uns von der Gondel zur Col Pradat-Hütte hochfahren lassen. Unsere heutige Tour fängt mit einer kurzen Abfahrt an. Schon beim Einsteigen in die Bindungen zeigen sich die ersten Probleme, die unser Führer Simon aber souverän lösen kann. Beim Montieren der Felle, macht sich ein Ski von Beat selbständig. Zum Glück kommt er zirka 50 Meter tiefer zum Stehen. Natürlich holt unser gut trainierter Führer den Ski und hilft beim Einsteigen in die verschiedenen Pin-Bindungen…. Der Tag beschert uns strahlenden Sonnenschein aber das Thermometer zeigt weit unter minus 10 Grad und die Biese bläst teilweise ziemlich stark. Nach 1 ¾ Stunden gestehen wir uns eine Pause zu. Da es zu kalt ist, essen wir nicht viel und gehen gleich weiter. 100 Höhenmeter bis auf den Gipfel fehlen noch, als wir uns entschliessen, die schöne Rundsicht von hier aus zu geniessen und dann umzukehren. Der Hügel vor uns zeigt sich als schöne Pyramide die auch Maulwurfsberg genannt wird.
Bevor wir abfahren können, hilft Simon die auftretenden Handlings-Schwierigkeiten, natürlich bei den diversen Bindungen, zu beheben. Der Schnee ist hart und zum Teil auch gefroren. Wir kommen gut und vor allem unfallfrei wieder bei unseren Autos an. In La Villa stossen wir auf den sonnigen, schönen Tag und die trotz schwierigeren Verhältnissen, gut gelungene Tour an.

Dienstag, 27.2.18, Col Costacia 2245 m, Barbara Blickenstorfer

Nach dem Wetterbericht von gestern erwarten uns drei Sonnenstunden und noch kältere Temperaturen. Also sind wir gut eingepackt um 8:30 abholbereit. Wir werden über Campill zum Weiler Vi auf 1633 m chauffiert, denn Simon hat für uns eine besonders feine Tour ausgesucht. Um 9:00 haben alle die Latten an den Skischuhen festgemacht, auf “Walk” gestellt und die Tour kann starten. Die Sonne auf der Südseite lässt uns die -27° kaum spüren. Wir gewinnen leicht an Höhe auf dem Künstlerweg. Immer gibt es etwas zu sehen. Z.B. die Uhr der Marke Longiarù. Nicht nur wir sind unterwegs, auch recht viel Wild geniesst die Sonne. Bei einem “Gädeli” mit herrlicher Aussicht macht Simon mit uns eine Trinkpause. Endlich ein Halt, der zum Fötelen einlädt. Am Gipfelhang werden wir noch ein bisschen gefordert mit der Suche des optimalen Wegs oder dem sicheren und festen Halt in der Schräge. Nach 2:45 Std. sind wir auf dem Gipfel. Felle ab, Aussicht geniessen, und die immer noch scheinenden Sonnenstrahlen aufsaugen. Im Hui geht es über die meist harten Schneeflächen zurück zu den Autos. Den entstandenen Durst löschen wir beim Hof von dem schon viel erwähnten Bernhardiner in Campill. Zurück in der Osteria Posta gehen die einen online, um die Bindung noch besser kennenzulernen lernen oder gehen zum Vorapero und die anderen geniessen es, die Füße hochzulegen. Die Teilnehmerin, die trotz Verletzung bei uns bleibt, hat einen Ausflug auf den Brenner gemacht. Leider ohne Goodnews zu dem vermissten Rucksack. Auch dieses Jahr werden wir von Paolo in den noch größeren Weinkeller zu einer Degustation eingeladen. Ein Grüner Veltliner der Stiftskellerei Neustift, von der Kellerei Radoar den Loach Zweigelt Pinot noir und ein feiner Prosecco nonfiltrato. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir wechseln fliegend zum Nachtessen, Schlummertrunk und dann ab in die Heia.

Mittwoch, 28.2.18, Zima de Fouzargo 2563 m, Kurt Bucher

Ein sonniger Tag ist angekündigt. Auf dem Kronberg 2275 m ist es – 21,5°C. Beim Morgenessen wird zuerst leise, dann immer lauter :“Happy Birth Day …“ gesungen. Ernst hat Geburtstag. Alle gratulieren ihm herzlich. Simon führt uns heute in eines seiner Lieblingstäler. Start ist unterhalb von Cason de Rozes 1823 m. Ein Teilnehmer ist heute einer der Ersten der bereit ist. Ein Video auf YouTube über das Handling seiner Skibindung hat seine Wirkung gezeigt. Wir steigen über einen mit schönen Bäumen durchsetzten, aber steilen Hang auf. Simon meint: „Harscheisen montieren wäre kein Fehler“. Dies bedeutet für weniger Geübte oder solche die es „ringer“ haben wollen, wäre es gut dies zu tun, so man sie dabei hat! Weit oben sehen wir 3 Gämsen an der Sonne grasen. Auch sie suchen bei diesen tiefen Temperaturen die Sonnenhänge auf, wie dies Simon mit uns tut. Danke Simon. Für die erste Pause bietet sich eine windgeschützte Stelle unter Dolomitifelsen mit Tisch und Bank auf ca. 2‘200 m an. Wahrlich ein wunderbarer Platz mit fantastischem Panorama. Nicht nur in der Schweiz gibt es schöne Berge! Der Aufstieg geht weiter zum Col dei Bos 2331 m. In dieser reizvollen Gegend haben sie zwischen 1914…1918 heftig gekämpft und sogar ein ganzes Felsmassiv inklusive Soldaten in die Luft gesprengt. Die Spuren davon sieht man jetzt noch. Oben auf dem Gipfel Zima de Fouzargo 2563 m ist es fast windstill, aber ziemlich kühl. Die Abfahrt, oben durch in feinem Pulver, unten auf harter, teilweise etwas ruppiger Unterlage, ist ein Genuss. Leider hat der Schreibende dabei etwas Pech. Auf einer wenig steilen Bergstrasse reisst es ihn aus unbekanntem Grund plötzlich nach rechts herum und über ein ziemlich steiles Bord. Auf sehr harter Unterlage dreht es ihn einige Male, wobei er sich vermutlich einen Anriss des Innenbandes am linken Knie zuzieht. Er kann die Tour aber noch gut beenden. Unser „Geburtstagskind“ ladet alle zu einem Apéro um 18 Uhr ein. Herzlichen Dank Ernst.
Donnerstag, 1.3.18, Sas dla Para 2462 m, Kurt Nagel

Erster März, Hoffnung auf wärmere Frühlingstage. Doch nach den -18° Grad von gestern ist es heute 07.00h immer noch -10°. Simon unser Bergführer holt uns pünktlich um 0830h im Hotel ab. Die Fahrt geht über St. Vigil in 20 Minuten nach Pederü am Fusse der Fanes- und Sennesalm, Ausgang unserer heutigen Tour. Auf dem grossen Parkplatz ist genug Platz um Ski’s und Rucksacke anzuschnallen. Auf Schneebedeckter Fahrstrasse geht es 1 ½ Stunden auf zur schönen Fodara Alm auf 1920m. Als wir auf weitere Tourengruppe von 20 Tourengängern treffen ist es Zeit für eine Teepause. Fodara Alm liegt auf schönem Hochplateau und wir bewundern unser heutiges Ziel den Sas dla Para. Simon erklärt den Aufstieg über den Ostgrat und die Abfahrt über schönen Südhang. Noch sind 2 Stunden Aufstieg vor uns die wir bei sonnigem milden Temperaturen gut bewältigen. Auf dem Gipfel des Sas dla Para auf 2462 Metern hat man schönen Ueberblick über die Dolomiten – Kronplatz – Peitlerkofel – die Berge um die Fanesalm. Simon erklärt stolz seine Heimatberge und wir genehmigen unseren Gipfellunch bei milden Temperaturen. Simon isst mit Genuss 2 Kaminwurze (Tiroler Bauernschüblig) und schlägt vor auf dem Rückweg bei der Metzgerei Call in St. Vigil einzukaufen, es seien dort die besten Kaminwurze von ganz Südtirol. Wir nehmen die rassige Abfahrt durch guten Pulverschnee in Angriff, man spürt die vergangenen kalten Tage, der Schnee ist top und wir sind nach 30 Minuten wieder auf der Fodara Alm. Jetzt folgt eine lange Abfahrt über das Fahrsträsschen und um 14.00h sind wir wieder am Ausgangspunkt in Pederü. Ein schöner milder Tourentag!

Freitag, 2.3.18, Col dal Le 2175 m, Helene und Ernst Galli

Morgens um 7 Uhr zeigt das Thermometer „nur“ noch minus 5 Grad C. Es ist stark bewölkt. Während dem reichhaltigen Frühstück erklärt uns Claude wie man beim Jassen das Anziehen, Verwerfen etc. anwendet. Wie gewohnt holt uns der einheimische Bergführer Simon um 08.30 Uhr zu unserer letzten Tour dieser Woche ab. Wir fahren auf einer kurvenreichen Strasse nach Welschellen auf 1510 m hinauf. Hier starten wir unsere heutige Skitour. Lange folgen wir der Fahrstrasse bis uns Simon durch einen lichten Arvenwald eine schöne Spur legt. Natürlich wollen wir in diesem idyllischen Wald eine zusätzliche Trinkpause einlegen. Bei der Waldgrenze stellen wir fest, dass es schneit. Trotzdem nehmen wir den Gipfel in Angriff, wo wir um die Mittagszeit ankommen. Es schneit noch heftiger und der Wind bläst uns um die Ohren. Also Felle abnehmen, etwas trinken und runter geht’s. Wir bemerken auf der Abfahrt einige ungewohnte Löcher im Schnee, die sich als verlassene Behausungen von Schneehühnern erweisen. Meist im Pulverschnee gelangen wir zur Welschellener Alm auf 1950 m. In dieser heimeligen Alpwirtschaft geniessen wir feine einheimische Spezialitäten. Nach dem von der Wirtin offerierten Zirbenschnaps, kurven wir auf der Fahrstrasse zurück zum Auto. Auch heute durften wir eine schöne Skitour erleben. Dank Simon, der jeden "Hoger" kennt und weiss wo die besten Schneeverhältnisse sind. Vor dem Nachtessen genehmigen wir noch einen Apérol oder ein Glas Wein. Ein letztes Mal geniessen wir die vorzügliche Küche in der Osteria Posta. Anschliessend erwartet uns Simon in der Bar um sich von uns zu verabschieden. Ein herzliches Dankeschön an Claude für die Organisation dieser tollen Skitourenwoche.

Samstag, 3.3.18, Heimreise, Claude Andres

Schon wieder ist er da. Dieser widerwärtige letzte Tag. Koffer und Rucksäcke sind gepackt. Die Skis transportbereit. Die Hotelrechnung bezahlt. Aber wir geniessen, trotz diesem letzten Tag, das feine Buffet-Frühstück der Osteria Posta erst recht. Das Gros nimmt ohne Gepäck den Bus nach Bruneck um 9.22 Uhr. Beat und ich verladen Skis und die Koffer in Paolos Bus. So gegen 11 Uhr fährt uns Paolo - EIN GROSSES HERZLICHES DANKESCHÖN - über den Ladiner "Ho-Chi-Minh-Pfad" nach Bruneck. Auf der Strecke von Franzensfeste auf den Brenner bieten wir einem ÖBB "Ober-Zugschaffner" die Chance für die ÖBB beste Reklame zu machen, ein kostenloses, erfolgreiches Marketing durchzuführen und Einfühlungsvermögen für seine Fahrgäste zu zeigen. Er nutzt diese grosse, einmalige Chance nicht! In Innsbruck erfolgt der letzte Einkehrschwung traditionell bei Elisabeth im Restaurant "Insieme". Der Railjet 166 fährt uns bequem nach Zürich.

Und noch etwas:
- Den Rucksack im Zug im Auge behalten - nicht liegen oder stehlen lassen.
- Eis auf Strassen und Wegen ist heimtückisch und kann einem eine ganze Skitourenwoche vermiesen.
- Das Handling der Fritschi Bindung "VIPEC EVO 12" ist nicht 0815.

Claude Andres
7.3.2018